Wie gut sind günstige USB-Endoskop-Kameras?

„Wer billig kauft, kauft zwei mal!“ – dieser Spruch dürfte vielen Schraubern bekannt sein. Bei viel genutzten Werkzeugen wird dieser Satz sicherlich immer seine Berechtigung behalten. Qualität setzt sich durch und erleichert oft das Arbeiten allgemein. Als Hobbyschrauber ist es allerdings nicht immer möglich alle benötigten Spezialwerkzeuge bereit zu halten. Hier leiht man sich auch gerne mal etwas von Schrauberkollegen, nutzt eine Mietwerkstatt, oder greift vielleicht doch mal zu einer günstigeren Variante eines Werkzeugs.

Wir haben uns eine Endoskopkamera für weniger als 20 Euro bestellt und wollten testen, ob diese für unseren Einsatzzweck ausreicht. Ziel soll es sein Hohlräume auf Rost oder Hohlraumversiegelung zu prüfen. Die technischen Daten der Kamera klangen recht vielversprechend. Die Kamera ist mit 7mm der dickste Teil, der durch eine Öffnung passen muss. An der Kamera sind LEDs, die für Helligkeit im Hohlraum sorgen. Über ein kleines Rad am Stecker kann die gewünscht Hellingkeitsstufe eingestellt werden. Anschließen kann man die Kamera an ein Android Handy oder Tablet, oder aber auch an einen Windows PC.

Eine Schwierigkeit, die diese Kamera bewerkstelligen muss, ist immer ein deutliches Bild darzustellen. Also egal, ob die Linse 2 cm, oder aber 50 cm von dem nächsten Objekt entfernt ist, sollte ein möglichst gutes Bild aufgenommen werden.

Als Positiv kann man die einfache Handhabung nennen. So wurde die Kamera am Notebook innerhalb weniger Sekunden erkannt und mit der windowseigenen Kamerasoftware konnten einfach Bilder und Videos erstellt werden. Durch die Wasserfestigkeit IP67 gibt es auch keine Probleme bei Wachs oder Feuchtigkeit. Wir haben die Kamera mittlerweile auch für die Inspektion des Abwasserrohrs (nur bedingt, bei wenigen Knicken im Rohr), den Wasserablauf eines modernen Autos und beim Überprüfen der Dachdämmung genutzt.

Negativ ist uns beim Produkt aufgefallen, dass keine klare Artikelnummer, bzw. Herstellerangaber auf der Verpackung oder der Anleitung zu finden war. Ob man in zwei Jahren noch eine Android App für die Inspektionskamera findet, ist fraglich. Die Steuerung der Kamera ist auch nicht ganz einfach. Man muss hin und wiede durch drehen und vor- und zurückschieben justieren, um an die richtige Stelle im Fahrzeug zu kommen.

Unser Fazit:
Wer ab und zu mal die Hohlräume seines Oldtimer inspizieren will, der kann mit einer günstigen Endoskopkamera nicht viel falsch machen. Wer allerdings auch Videos für einen späteren Verkauf, oder für die eigene Restaurationsdokumentation verwenden möchte, sollte etwas tiefer in die Tasche greifen.
Das folgende Video wurde mit der Kamera im Test aufgenommen. Es zeigt, wie wir den Hohlraum eines Kofferraumdeckels etwas näher unter die Lupe nehmen. Man kann erkennen, dass sich unten an der Falz etwas Rost gebildet hat.


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